Im Zusammenhang mit der Debatte über die Nutzung des alten Gemeindehauses auf dem Bolzplatz in der Seestraße oberhalb der Badestelle und des Campingplatzes kam bereits 2020 in der Gemeindevertretung die Idee auf, dort eine Allgemeinmedizinerpraxis, eventuell kombiniert mit eine Begegnungsstätte, anzusiedeln. Hierfür gab es dann auch eine konkrete Arztinteressentin, die bereit war, für eine Arztpraxis die baulichen Voraussetzungen zu schaffen, entweder im alten Gemeindehaus oder in einem Ersatzbau. Eine Machbarkeitsstudie wurde durch die Gemeinde in Auftrag gegeben, ein bestehender Bebauungsplan gab nach Einschätzung des Amtes Lützow-Lübstorf die entsprechende Bebauung und Nutzung her. Zwar stimmte mit knapper Mehrheit die Gemeindevertretung für einen Abriss des alten Gemeindehauses. Die Mehrheit lehnte dann aber die Nutzung des Grundstückes für eine Arztpraxis ab. Der Bolzplatz sollte, so die Mehrheit, als „gemeindliches Filetgrundstück“ ein Spiel- und Sportplatz für die Einwohnerschaft bleiben und zukünftig noch weiter hierfür ausgestattet werden. Die Schaffung von Baufreiheit für die Ansiedelung einer Allgemeinarztpraxis könne und solle binnen eines halben Jahres vielmehr neben der KiTa in der Straße Am Zeltplatz geschaffen werden. Bedenken des Unterzeichners hinsichtlich der Einschätzung der Zeitschiene wurden abgetan. Der dortige Bebauungsplan Nr. 3 könne ja in einem vereinfachten bebauungsrechtlichen Verfahren ganz kurzfristig binnen sechs Monaten angepasst werden.
Die Ärztin, die Interesse bekundet hatte, sprang wegen der Verzögerungen wegen des Standortwechsels ab und ließ sich in einer anderen Gemeinde am Rande Schwerins nieder. Die angeblich ganz kurzfristig mögliche Änderung des Bebauungsplans Nr. 3 neben der KiTa für die Arztansiedelung kommt und kommt nicht voran. Drei Jahre sind seitdem vergangen. Immer wieder werden von denjenigen Gemeindevertretern, die insoweit eine ganz schnelle Schaffung von Baufreiheit für den neuen Standort neben der KiTa behauptet hatten, Bedenken geltend gemacht und Änderungen beim Änderungsbebauungsplan eingefordert. Eine zwischenzeitlich an einer Ansiedelung an der neuen Stelle interessierte weitere Ärztin ist mittlerweile ebenso abgesprungen. Auch jetzt vor der Kommunalwahl 2024 steht in den Sternen, ob die Bebauungsplanänderung überhaupt zustande kommt. Die Gemeinde hat immerhin erneut in Ärztezeitungen inseriert, um eine(n) ansiedelungsbereite(n) Ärztin/Arzt zu finden; bislang erfolglos. Angedacht ist eine Arztpraxis mit einem Wohnhaus auf demselben Grundstück, erschlossen durch die Straße Am Zeltplatz.
Es gibt in der alten Gemeindevertretung wohl Gemeindevertreter, die — ohne es auszusprechen — eine anderweitige Nutzung der Fläche neben der KiTa verfolgen.
Die Ansiedelung eines Allgemeinmedizinerpraxis in Seehof wäre für die Gemeinde ein echter Gewinn. Die Ansiedelung wäre kommunalpolitisch — wie ein Supermarkt in erreichbarer Nähe — ein „Leuchtturm“. Es geht um die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität aller Einwohnerinnen und Einwohner. Das muss vorrangiges kommunalpolitisches Ziel sein.

Günther Wittchow
