Nach der Wahl (am 09.06.2024)
Auf dem Papier haben sich die Verhältnisse in der Gemeindevertretung sehr verschoben. Ob auch in der Wirklichkeit, bleibt allerdings abzuwarten:
Das Rennen um den Bürgermeisterposten machte erneut Claus Wergin, diesmal unterstützt und vorgeschlagen durch die dgg:. Mit 60 % der Stimmen wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt. Seine Konkurrentin, Stefanie Peters, tauchte im Wahlkampf kaum auf. Dafür erzielte sie mit 40 % Zustimmung ein gutes Ergebnis.
Die größte Wählergemeinschaft aus der Kommunalwahl 2019, das Aktionsbündnis Seehof und Hundorf (ABSH), trat zur Wahl 2024 nicht wieder an. Das gilt auch für Thomas Baden, dessen Vorsitzenden. Einzelne Mitglieder dieses Bündnisses kandidierten zwar erneut, nun aber auf den Listen der CDU oder der neu gegründeten ´Gemeinschaft lebenswertes Seehof-Hundorf´ (GlSH). Sie hatten aber keinen übermäßigen Erfolg: keiner gelangte in die Gemeindevertretung.
2024 nicht mehr an der Wahl teilgenommen hat auch die Wählergemeinschaft Bürgerinitiative (BI). Zwei ehemalige Mitglieder, Daniel Jefremow und Andreas Krüger, bewarben sich aber erfolgreich als Einzelbewerber. Sie bilden zusammen eine Fraktion („Einzelbewerber“). Auch das ehemalige BI-Mitglied Andreas Unger wurde jetzt als Nachrücker nach Claus Wergin, der – wie gesagt – wiederum zum Bürgermeister gewählt wurde, in die Gemeindevertretung gewählt. Auch er hatte sich der jetzt stimmenstärksten Wählergemeinschaft, der dgg:, angeschossen. Die dgg: gewann zu dem bisherigen Gemeindevertretersitz (Günther Wittchow) zwei weitere Sitze hinzu (Dr. Katharina Unger und Andreas Unger). Zusammen mit Bürgermeister Claus Wergin bildet die Wählergemeinschaft die stimmenstärkste Fraktion in der Gemeindevertretung mit vier Mitgliedern.
Die neu gegründete GlSH mit der Bürgermeisterkandidatin Stefanie Peters erreichte auf Anhieb zwei Gemeindevertreterplätze. Ein fader Beigeschmack ist allerdings, dass der nahezu dieselbe Stimmenzahl wie Frau Peters erzielt habende Kandidat Dr. Bernd Dietmar Grigo sein Mandat sofort ausgeschlagen hat. Nur als „Stimmensammler“ auf dem Wahlzettel einer Wählergemeinschaft anzutreten, um dann sofort auszuschlagen, wird im Volksmund bisweilen als „Wahlbetrug“ bewertet.
Verloren hat die CDU. Die Wähler reduzierten ihre Sitze von zwei auf einen, den von Gemeindevertreter Wilhelm Scholz. Allerdings ist es diesem Gemeindevertreter gelungen, die Gemeindevertreterinnen der GlSH, Stefanie Peters und die für Dr. Grigo nachrückende Kerstin Burba, dazu zu bringen, mit ihm gemeinsam eine Fraktion unter dem Namen „CDU Fraktion“ zu vereinbaren. Das legt nahe, dass die beiden neuen Gemeindevertreterinnen Peters und Burba sich unter seine Führung begeben haben.
Beim Blogautor besteht eine gewisse Skepsis, ob die Veränderungen in der Gemeindevertretung die Basis für eine nunmehr von Anstand untereinander getragene „neue“ Zusammenarbeit schaffen.
Auch nach der Wahl wurden Anschuldigungen seitens der CDU Fraktion fortgesetzt (Einforderung disziplinarrechtlicher Untersuchungen bezogen auf den Bürgermeister und seinen Stellvertreter bei der Rechtsaufsicht mit großem Verteiler und Benachrichtigung mehrerer Presseorgane – Gemeindevertreter Scholz). Anführen lässt sich hierfür ebenso ein an viele Bürgerinnen und Bürger verbreiteter Wählerdank „im Namen unserer Wählergemeinschaft“ (GlSH) mit den Worten: „Leider hat es nicht gereicht. Es giebt so viele dumme Menschen in unserer Gemeinde, die sich lieber von Wergien und Witchow verarschen lassen wollen. SCHADE. GRUß D.“
Der Wille, zum Wohle der Gemeinde nur die Zukunft ins Visier zu nehmen, leuchtet aus diesen Vorgängen nicht überzeugend hervor.
Was darf man da erwarten…

